Hochgenuss bis zum letzten Ton: Svetlana Bezotosnaya, Igor Bezotosniy und Olga Maksimova
begeisterten das Publikum
Einen klassischen Musikabend ganz besonderer Art, konnten die zahlreichen Gäste der Kulturscheune Schnaittach
erleben, den sie nicht so schnell vergessen werden. Olga Maksimova, 24 Jahre (Klavier), und Svetlana Bezotosnaya,
19 Jahre (Violine), preisgekrönte Absolventinnen der Moskauer Musikhochschule, waren zusammen mit dem musikalischen
Leiter dieses Duos, Igor Bezotosniy, für nur drei Konzerte nach Deutschland gekommen. Igor Bezotosniy, der Vater
von Svetlana und ein exzellenter Balalaikaspieler, stellte ein abwechslungsreiches Programm für Klavier, Violine
und Balalaika zusammen. Die ausgesuchten Werke wurden von den drei Interpreten mit höchster Präzision und erstaunlicher
Leichtigkeit dargebracht – ein klassisches Konzert auf höchstem Niveau.
Mit Vergnügen hörten die Gäste Niccolo Paganinis „Cantabile“, dann das Andante und Allegro aus der Sonate Nr.
12 von Johann Sebastian Bach, Sergej Prokofievs Violinkonzert Nr. 1, eines der vielen Preludes von Johannes Brahms,
danach von Henryk Wieniawski das „Scherzo Tarantelle“, von Charles Camille Saint-Saëns den Tanz der Toten und von
Antonio Vivaldi ein Konzert für Violine und Klavier. Die Zuhörer waren tief beeindruckt von dem Können und der Unbeschwertheit,
mit der die Vortragenden die schwierigsten Passagen auf ihren Instrumenten mit einer schier unglaublichen Sicherheit
und Reinheit spielten.
Nach der Pause ging es furios mit Niccolò Paganinis Capriccio Nr. 15 weiter. Dann zelebrierte Olga Maksimova
ein Klaviersolo von Frederik Chopin – ergreifend. Mit drei Instrumenten wurde Alexander Glazunows großes Adagio
zum Ballett „Raimonda“ dargebracht und schließlich von Béla Bartók fünf fröhliche rumänische Volkstänze. Natürlich
brachten die russischen Gäste einige Volksweisen aus ihrer Heimat zu Gehör.
Die musikalisch versierten Besucher der Kulturscheune folgten dem Konzert mucksmäuschenstill, lauschten verzückt
und aufmerksam diesem musikalischen Hochgenuss bis zum letzten feinen Ton – dann brandete der Beifall auf. Der Höhepunkt
des Abends war sicher für Viele „Der Winter“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, und der Vortrag der drei Künstler
verursachte Gänsehaut. Der begeisterte und lang anhaltende Applaus forderte noch etliche Zugaben. Mit der russischen
Weise „Abendglocken“ ging schließlich ein wunderbares Musikerlebnis zu Ende.
Es ist nur zu hoffen, dass diese hervorragenden Künstlerinnen und Künstler bald wieder den weiten Weg von Moskau
nach Schnaittach finden werden. Eine Fangemeinde ist ihnen sicher.