Von der Kulturscheune in die Simmelsdorfer Mühle

Im Januar 2010 mussten wir uns nach 15 erfolgreichen und wunderbaren Jahren mit weinenden Augen vom Konzertbetrieb in der Kulturscheune Schnaittach verabschieden: Im Mai 2009 wurde die Kulturscheune behördlicherseits aus brandschutztechnischen Gründen geschlossen. Vor vielen Jahren hätte unsererseits eine Nutzungsänderung beantragt werden müssen; das wurde leider versäumt. Die für 2009 bereits gebuchten Konzerte konnten nur mit einer Sondergenehmigung des Landratsamtes bei Anwesenheit von Feuerwehrleuten und einem Feuerwehrauto vor der Türe durchgeführt werden.

Um den Konzertbetrieb wieder ganz normal aufnehmen zu können, hätten nach den Auflagen des Landratsamtes mindestens 60.000 Euro in Umbauten investiert werden müssen. Gefordert wurden eine neue Stahltreppe als zweiter Fluchtweg mit Einhausung, etliche feuerhemmende Türen, Brandmeldeanlagen und vieles mehr. Bis dahin hatten wir privat schon ca. 10.000 Euro für Planungen und Gutachten ausgeben.

Auch wenn diese kostspieligen Umbauten durchgeführt worden wären, wäre es nur möglich gewesen, Veranstaltungen bis längstens 21:30 Uhr durchzuführen - wegen Einhaltung der Lärmschutzvorschriften.

Durch Einsprüche von einigen Nachbarn beim Landratsamt Nürnberger Land mussten wir zusätzlich ein Lärmschutzgutachten erstellen lassen, mit dem Ergebnis, dass die nach 22:00 Uhr genehmigten Lärmpegel überschritten würden. Mit dieser Einschränkung war es nicht mehr möglich, die Scheune für Hochzeiten und andere private Feste zu vermieten und dadurch den Betrieb der Scheune ohne hohe Verluste aufrecht zu erhalten. Renovierungen und sonstige Kosten waren bisher damit nicht gedeckt. Für die Konzerte wurde die Scheune kostenlos zur Verfügung gestellt um möglichst viele Spenden an die von uns geförderten Projekte überweisen zu können.

Eine Bezuschussung durch den Landkreis (wie bei anderen Kultureinrichtungen) war nach Aussage von Herrn Landrat Kroder nicht möglich, und auch die Gemeinde Schnaittach konnte nicht unterstützen.

Lis Graf, ihr verstorbener Mann und ihr Freundeskreis hatten in diese denkmalgeschützte Scheune sehr viel investiert, sowohl finanziell als auch in zeitlicher Hinsicht. Umbaumaßnahmen – zum Beispiel der Einbau von Fußbodenheizung, Toiletten, Küche, Künstlergarderobe usw. - wurden immer unter Einhaltung aller Denkmalschutz-Vorschriften durchgeführt. Auch ein Flügel wurde angeschafft, damit Konzerte auf hohem Niveau organisiert werden konnten.

Wir bekamen unzählige Anfragen von Künstlern und Musikgruppen, die in der Scheune gerne ein Konzert geben hätten. Auch alle Künstler, die bereits in diesem Haus aufgetreten waren, wären jederzeit gerne wieder gekommen, weil hier einfach alles stimmig war. Dazu haben Sie, liebe Freunde der Kulturscheune, durch Ihre oftmalige Anwesenheit wesentlich beigetragen. Ihre Spenden für die Ärmsten in Bolivien und Tansania haben sehr viel Gutes bewirkt und durch Ihre Begeisterung bei Konzerten wurde die Kulturscheune Schnaittach weit über die Landkreisgrenzen hinaus zu einer kulturellen Institution.

Im Dezember 2010 nahm der Verein „Kulturscheune Schnaittach e. V.“ seine Konzertreihe wieder auf und nutzte dafür eine neue Spielstätte: Die Simmelsdofer Mühle (auch als „Alter Hammer“ bzw. Papiermühle bekannt). Im Juli 2013 wurde die Simmelsdorfer Mühle schließlich an die bekannte Sopranistin Cornelia Götz und Herrn Anton Mehl verkauft. Cornelia Götz hat bereits auf fast allen Bühnen der Welt gastiert, wie der Met in New York, dem Covent Garden in London, der Semper Oper in Dresden und vielen mehr. Wir freuen uns, dass unser schönes Haus von so kompetenten musikalischen Menschen als „Konzertmühle Simmelsdorf“ weitergeführt wird.

Nach 19 erfolgreichen Jahren mit mehr als 150 Konzerten möchte sich Lis Graf auch bei ihren Freunden, dem sog. „Scheunen- bzw. Mühlenteam“, ganz herzlich bedanken für die vielen Stunden der Vorbereitung, Durchführung und für die Aufräumarbeiten nach den Konzerten. Der Freundeskreis war immer ohne jede Vergütung und nur für einen Händedruck und ein „Vergelt’s Gott“ bereit mitzuarbeiten und hat dadurch wesentlich zum Erfolg der Konzerte beigetragen. Das Team hier einmal namentlich:

  • Gislinde und Max Felser aus Schnaittach
  • Sylvia und Kurt Kotsch aus Schnaittach
  • Rotraut und Herbert Maier aus Simmelsdorf
  • Mariola und Alex Myalski aus Rückersdorf
  • Helga und Baptist Schmidt aus Schnaittach
  • Hans Hoffmann aus Nürnberg

Nicht vergessen sei auch unser Webmaster und Fotograf Stefan Hofmann, der die Website hervorragend organisiert und betreut hat und die „E-Mail-Interessenten“ mit Informationen versorgte.

Bleiben Sie der Simmelsdorfer Mühle auch unter der neuen Leitung treu. Aus der Simmelsdorfer Mühle wird jetzt die „Konzertmühle Simmelsdorf“. Es erwarten Sie wunderbare Veranstaltungen auf hohem Niveau.