Samstag, 26. Februar 2011, 19:30 Uhr

Solid Ground

Tanz über Irlands immergrüne Hügel

„Solid Ground“ ließ den Boden der Simmelsdorfer Mühle beben

„Solid Ground“ ließ den Boden der Simmelsdorfer Mühle beben

Ein Folkabend allererster Güte war in der neuen Kulturscheune, der Simmelsdorfer Mühle, geboten. „Solid Ground" aus Würzburg nahm die Besucher mit nach Irland. Simone Papke (Vocals, Bodhran), Christel West (Akkordeon, Dudelsack, Flöte, Drehleier, Vocals), Carlo Hilsdorf (Gitarre), Thomas Buffy (Geige, Mandoline, Vocals), Sam Wunderlich (Bass) und Norbert Papke (Drums, Cajon) spielten – wie zu erwarten – ausgelassen fröhlich und melancholisch.

Typische Folkklänge erfüllen den Saal, Füßewippen beim Nachbarn ab dem ersten Takt, die Töne tragen die Zuhörer weg in die Weiten der grünen Insel. Fränkische Stimmung, die Leberwurst im Glas auf den Tischen ist nicht nur Dekoration, trifft auf grünes Liedgut und alles klatscht unisono mit. Das geht in Mark und Bein; die Spieler haben es im Blut und verstehen es, mit dem Publikum zu agieren. „Herzlichen Dank – für uns ist es wie nach Hause zu kommen", so die Sängerin und Frontfrau zum Publikum, das frenetisch applaudiert und mehr hören will.

Eingängig interessant, melodiös und animierend sind die Klänge aus unterschiedlichstem Instrumentarium, das die Künstler nach jedem Stück neu einbauen. Dazu ein toller Sound im Raum vom Mischer, nicht aufdringlich, gut abgestimmt. Es gibt einen Querschnitt durch die irische Dichtkunst, musikalisch instrumentiert, modernisiert, vom 15. Jahrhundert bis in die Neuzeit.

Da tänzelt der Geiger schon mal über die Bühne, soliert über dem Arrangement, gibt ab an seine Bandkollegen. Da wird ein Stück mit Cajon eröffnet, brilliert die Akkordeonspielerin, werden originale Instrumente vordergründig – geschmackvoll, authentisch und alles ohne Allüren. 2006 waren sie schon einmal zu Gast, damals noch in der „Kulturscheune" in Schnaittach, und erinnernd beginnt das nächste Stück mit Akustikgitarre. Das hat Groove und ist durchaus tanzbar – wäre da nur noch Platz im Saal gewesen.

Die Sängerin hat Einfühlungsvermögen, steht im Mittelpunkt mit ihrer zauberhaften Stimme. Flötenintro – es geht es nach einem jubelnden Pfeifkonzert der Zuhörer ruhig und klassisch über die sanften Hügel der immergrünen Landschaft. Ein mitgenommenes Publikum bedankt sich frenetisch für eine feurige Fahrt. Es lässt sich anstecken von der Dynamik der Band. Da geben sich Geiger und Dudelsackpfeiferin publikumsnah, gehen animierend durch die Reihen, da gibt es begeistertes Mitmachen, Mitsingen, Mitklatschen.

Thomas Raum
(mit freundlicher Genehmigung der Pegnitz-Zeitung Lauf)